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Immer wieder werde ich gefragt, wie denn meine Ratten leben.
Gleich vorweg möchte ich noch anmerken, und wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist, dass meine Wohnanlage bei einem Wettbewerb "wer hat den schönsten Käfig" ganz sicher keinen Preis gewinnen würde, denn überall befinden sich Lagen aus Zeitung, geschreddertes Papier, Kartons, Pappröhren, die mit Klebeband befestigt sind, usw usw. |
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Aber für mich ist auch nicht der optische Eindruck wichtig, sondern in erster Linie sollen sich die Ratten in ihrer Umgebung wohlfühlen und es ist von primärer Bedeutung, dass der gesamte Bereich den natürlichen Bedürfnissen weitgehend gerecht wird.
Von diesen fertigen bausatzartigen Käfigsystemen halte ich persönlich nicht viel. Solche Käfige sind absolut steril und unwohnlich. Meinen Ratten würde ich das Leben in so einem Käfig nicht zumuten wollen. |
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Wer nicht die Gelegenheit hat, seinen Ratten ein eigenes Zimmer zur Verfügung zu stellen, dem bleibt noch die Möglichkeit, einen Käfig aufzustellen, der unbedingt im Wohnbereich untergebracht werden sollte, damit die Ratten so viel wie möglich Kontakt zu ihren Menschen haben und auf verschiedene Käfigausführungen oder Käfigbausysteme zurückgreifen.
Geeignet sind große Vogelfreiflugvolieren, Chinchillakäfige, Streifenhörnchenkäfige oder im Handel inzwischen erhältliche Rattenkäfige, bzw. Fertigbaumodelle von Uni Dom.
(sh. dazu auch Käfig?Aquarium?Terrarium?) Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich meinen Ratten zwei Zimmer zur Verfügung stellen kann. In einem Raum befindet sich die "Hauptwohnanlage". Das andere "Rattenzimmer" ist eingerichtet mit einem Sofa, einem quer dazu stehenden Zweisitzer und einem Tisch. In mehreren Schlafbecken, die sich ebenfalls im Rattenzimmer befinden, sind meine Ratten nur während der Nacht untergebracht. Tagsüber, ab 5.00 Uhr morgens bis nach 22.00 Uhr halten sich die Ratten in der Wohnanlage auf, wo sie sich frei bewegen können. Der Fußboden ist tabu. Die weitere Einrichtung im Rattenzimmer besteht neben den oben erwähnten "Möbeln" aus zwei großen Kunststoffbecken (ohne Deckel), die mit Einstreu versehen sind. Dort wird das "kleine Geschäft" verrichtet und auch die Köddelchen abgesetzt. Diese Becken stehen auf einem Tisch vor dem Sofa. Eine Platte verbindet Tisch und Sofa, so dass den Ratten der Zugang übergangslos möglich ist. Allerdings sind auch immer einige "Ferkel" unter unseren Nasen, die zu bequem sind, immer das "Pinkelbecken" aufzusuchen und es vorziehen, alles "unter sich" zu lassen, wo immer sie gehen und Stehen ;-) Deshalb befinden sich neben "alten" Decken sehr viele Handtücher auf Sofa und Zweisitzer, die regelmäßig gewaschen werden (müssen) ;-) Über der Sofalehne hängt eine überdimensionale Hängematte, die an der Wand befestigt ist und sich fast über die gesamte Länge des Sofas erstreckt. Sie wird sehr gerne genutzt. Eine weitere Hängematte,befestigt an einem Gestell, befindet sich "frei hängend" über dem Zweisitzer. Ansonsten bietet sich noch eine sehr grosse Papprolle als Versteck an und 3 Iglus, die wie alle anderen Häuser mit ZEWA-Lind ausgepolstert sind und ebenfalls von allen Ratten sehr gerne genutzt werden. Ein großes offenes Wassergefäß steht auf dem Tisch und in einem der Becken hängt eine Wasserflasche. Alle Wassergefäße werden täglich zwei mal frisch gefüllt. In der Hauptwohnanlage befinden sich: 3 Aquarien mit 1 m Länge 1 Aquarium mit 0,8 m Länge und 1 Aquarium mit 0,7 m Länge Die Aquarien stehen an zwei gegenüberliegenden Wänden und sind immer offen. An beiden Wänden sind mit einigem Abstand übereinander drei Laufbretter angebracht. Von einer Wand zur anderen führt ein Verbindungsbrett, so dass die Ratten die gesamte Anlage nutzen können. Alle Laufbretter sind mit Leitern verbunden, auch der Zugang zu den einzelnen Aquarien ist gewährleistet, entweder mittels Leitern oder Rampen. In den grossen Aquarien steht je ein großes offenes Wassergefäß, in den beiden kleinen hängt eine Wasserflasche. Alle Wassergefäße werden 2 x täglich mit frischem Wasser gefüllt. In allen Aquarien befindet sich als Einstreu eine mindestens 5-8 cm hohe Schicht grobe Hobelspäne, die ich direkt vom Sägewerk hier am Ort beziehe. Diese Weichholzeinstreu wird aus frisch geschlagenem Holz gewonnen und enthält keine "Giftstoffe". Alle Laufbretter und Rampen sind mit Velourteppichboden beklebt, so finden die Rattenfüßchen festen Halt. In gewissen Abständen werden die Teppiche erneuert. Teppichbodenreste gibt es günstig in jedem Teppichladen. Im "Wohnbereich" befinden sich zwei große Meerschweinchenhäuser aus Kunststoff und fünf "umgerüstete" Kunststoffkanister (aus PE, daher ungiftig). Meinen Ratten stehen somit tagsüber sieben große Häuser zur Verfügung, zusätzlich mehrere Papprollen und Kartons zum Verstecken und Spielen. Alle Häuser sind mit weichem WC-Papier (ZEWA-Lind) und Küchentüchern ausgepolstert, das zum Teil (je nach Verschmutzungsgrad) täglich gewechselt werden muß. Als "Schlafpolster" verwende ich aus Tageszeitung zerschreddertes Papier (zum Papierschreddern verwende ich einen Aktenvernichter). Auf Heu und Stroh als "Nistmaterial" verzichte ich, es besteht die Gefahr, dass damit Parasiten (Milben, Flöhe) eingeschleppt werden, auch wenn es verpackt aus dem Zooladen kommt. Immer wieder fragen mich besorgte Rattenhalter, ob die Druckerschwärze nicht giftig sei? Nein, die Druckfarben, die seit vielen Jahren Verwendung finden, sind giftfrei, also keine Angst: Tageszeitungen eignen sich sehr gut, weil sie sehr saugfähig und zudem weich und warm sind. Glanzpapier von Illustrierten ist nicht empfehlenswert. Zwei sehr große "umfunktionierte" Schubladen, die gefüllt sind mit Zeitungsschredder ergänzen die Einrichtung. Damit die Ratten sich darin "geborgen" fühlen", habe ich einen "Umbau" mit einem Deckel, der sich leicht öffnen läßt, aus sehr festem Karton an beiden Schubladen angebracht. Im Papierschredder können die Ratten nach Herzenslust "graben" und wühlen, oder auch einfach drin schlafen. Früher habe ich diese Behälter mit Erde gefüllt. Damit ein Graben möglich ist, muss jedoch eine größere Menge eingefüllt werden. Nachdem die Ratten aber diese Erde auch als Klo benutzt haben, wäre es aus hygienischen Gründen notwendig gewesen, die Erde mindestens alle zwei Tage auszutauschen, was sich mit der Zeit als extrem aufwendig herausstellte. Jetzt fülle ich die Behälter mit Zeitungsschredder und die Reinigung ist weitaus einfacher und kostengünstiger und den Ratten macht es genauso viel Spass, in Zeitungen zu wühlen, als in Erde zu graben. Sie haben zudem noch in allen Aquarien eine dicke Schicht Einstreu, um ihre Grabtätigkeit zu befriedigen. Die Aquarien sind wie folgt eingerichtet: An beiden Schmalseiten habe ich Hocker aus Hartholz angebracht, die etwa halb so hoch wie das Becken selbst sind und auch so tief wie dieses, mit einer Breite von etwa 20 cm. Sie sind genau eingepasst und haben daher auch ohne eine weitere Befestigung einen guten Halt, wackeln und kippen nicht. Auf diesen Hockern habe ich 3 bis 4 Lagen Tageszeitungen, angepasst an die Hockergröße, ausgelegt und an einer Seite zwischen Beckenwand und Hocker eingeklemmt, so dass die Zeitungen von den Ratten nicht so leicht heruntergerissen werden können. Meine Ratten haben sich inzwischen auch daran gewöhnt und lassen die Zeitungen auf den Hockern weitgehend liegen. Die Zeitungen saugen Urin auf und werden regelmäßig ausgetauscht (meist muss ich nur die oberste Schicht erneuern). Die Hocker selbst bleiben so frei von Verschmutzung und es entsteht auch kein unangenehmer Geruch durch mit Urin verschmutztes Holz. Meine Ratten bekommen zusätzlich Zeitungen zum Zerreißen und anderes Beschäftigungsmaterial,so bleiben die Zeitungen auf den Hockern meist unberührt. An den beiden Längsseiten der Becken habe ich "Laufbretter" angebracht. Sie führen von einem Hocker zum anderen und haben die Länge des Beckens, also knapp 1 m. Die Laufbretter liegen auf beiden Hockern auf (unter den Zeitungen). Dafür habe ich ein dünnes Holzbrett verwendet, zum Teil auch besonders dicken Karton, der sich auch dann nicht durchbiegt, wenn eine schwergewichtige Ratte drüberläuft ;-) Darauf habe ich Velourteppichboden geklebt, der wie erwähnt, regelmäßig erneuert wird. Die Ratten rutschen nicht von den Brettern ab, ihre Füße haben einen festen Halt, ausserdem ist der Velourbelag angenehm weich (wie auch die Zeitungsauflagen) und beugt so Bumblefoot vor. Keine meiner Ratten hatte jemals diese Krankheit. Es sind weiterhin Leitern oder Rampen angebracht, die vom Boden auf die Hocker führen. Rampen anstelle von Leitern sind vor allem für meine älteren, behinderten und/oder kranken Ratten gedacht. Auf den Hockern und den Längsseiten angebrachten Laufbrettern haben meine Ratten noch zusätzliche Lauf- und Ruheflächen. Unter den Hockern in den Becken habe ich zum Teil ausgepolstere Häuser oder einfach nur "Nistmaterial" in Form von geschredderten Zeitungen angebracht. Dieser Platz wird oft auch als Schlafplatz genutzt und von meinen Ratten sehr gerne angenommen. Die Hocker, ebenso die an den Längsseiten angebrachten Laufbretter, werden gerne als Liegeplatz genutzt. Die Ratten halten sich gerne in diesen "oberen Etagen" auf. Sie sind ohnehin nicht gezwungen, sich ausschließlich in Bodennähe aufzuhalten, da ihnen der gesamte "Wohnbereich", vor allem außerhalb der Becken zur Verfügung steht. Sie können frei entscheiden, wo sie gerne liegen mögen. Die Aquarien sind dick eingestreut. Ecken, die zum Kot- und Urinabsetzen stark frequentiert werden, kontrolliere ich täglich, und die Einstreu in diesem Bereich wird laufend erneuert. Das kostet nur wenig Zeit und es entsteht kein unangenehmer Geruch. Auf den Hockern befinden sich offene Wassergefäße. Die Ratten können die Behälter in dieser Höhe nicht durch Einstreu verschmutzen. Auch Futterschalen stehen oben auf den Hockern, so dass das Futter sauber bleibt. Zusätzlich habe ich Wasserflaschen angebracht. Halterungen habe ich zum Teil aus sehr festem Draht selbst gebastelt.Von einem Bekannten habe ich mir auch einige "profesionelle" Halterungen für Wasserflaschen herstellen lassen, damit werden die Flaschen am Aquarium befestigt. In den Schlafbecken, die nur nachts geschlossen sind, habe ich im Ganzgitterdeckel Hängematten abgebracht (selbst gebastelt aus Hand- oder Geschirrtüchern), die bei meinen Ratten sehr beliebt sind. Da einige meiner Ratten auch gerne in ihr _kleines Geschäft_ in den Hängematten verrichten , sind diese mit weichem WC-Papier ausgelegt, das ich täglich austausche. In der Nacht werden meine Ratten in kleinen Gruppen (2-er, 3-er usw.) in den verschiedenen Schlafbecken untergebracht. Herkömmliche, im Handel angebotene Käfige wären viel zu klein, um 10 oder gar 20 Ratten darin 6 Stunden oder gar dauerhaft, also 24 Stunden, unterzubringen. Auch selbstgebaute Käfige sind selten wirklich groß genug für ein größeres Rudel Ratten von beispielsweise 10 Tieren.. Allenfalls eignen sich diese Behältnisse für 3-4 Ratten. Meine Ratten haben in der Nacht Zeit, ihre Hauptmahlzeit ohne Störung von 10 oder 20 anderen Rudelmitgliedern einzunehmen und ich kann bereits am Vorabend die Hauptwohnanlage sauber machen,so dass sie für den nächsten Tag frisch gereinigt und "bezugsfertig" ist, ohne dass dabei die Ratten "gestört" werden oder sonst Stresss haben, wenngleich mein Rudel keine Angst hat, wenn ich den Putzlappen "schwinge" ;-) Es ist jedoch für mich fast unmöglich, bei 10 und mehr besonders neugierigen Nasen, ordentlich die Behältnisse zu reinigen. Denn ständig wuseln sie überall herum und müssen ganz genau mein Tun beobachten. Das gleiche gilt im Gegenzug für die Reinigung der "Schlafbecken". Nachdem die Ratten früh am Morgen um 5.00 Uhr in die am Abend vorher frisch gereinigte Wohnanlage umgezogen sind, werden bereits die Schlafbecken wieder für die Nacht gesäubert und hergerichtet. Ich kann sie ohne Störung der Ratten reinigen, eventuell Einstreu und Küchentücher wechseln und die Futternäpfe auffüllen. Die Schlafbecken sind genauso eingerichtet wie die "Wohnbecken" in der Hauptwohnanlage. Als "Schlafbecken" werden genutzt: 2 Aquarien mit 1 m Länge 3 Aquarien mit 0,8 m Länge 2 Aquarien mit 0,6 m Länge 3 Käfige mit je 0,75 m Länge Früh morgens um 5.00 dürfen meine Ratten wieder in die Wohnanlage. Pünktlich stehen sie parat (man könnte den Wecker nach ihnen stellen) und können es kaum erwarten, dass sie endlich wieder herausdürfen, all ihre Freunde begrüßen können und den ganzen Tag nach Herzenslust frei rennen, springen, klettern, laufen und dösen zu dürfen. .....und hier noch einige Antworten auf Fragen zu meiner Rattenhaltung: Seit dem Erscheinen meines Buches „Das ANDERE Rattenbuch“ wurde in verschiedenen Vereinen, Rattenforen und dergleichen kontrovers über meine Rattenhaltung diskutiert, obwohl seit Jahren in meiner HP beschrieben ist, wo und wie meine Ratten leben. Etwas "Schlimmes" (spekulativ so definiert von Usern des Rattenforums) konnte bislang keiner der vielen Rattenfreunde und -halter, die uns besucht haben (neben anderen waren das Mitglieder vom Berliner Rattenverein und vom VdRD), daran finden. Im Gegenteil, jeder, der bisher meine Rattenhaltung vor Ort gesehen hat, würde eigenen Angaben zufolge seinen Ratten ähnlich viel Platz und Freiraum anbieten, wenn er die Möglichkeit hätte. Kein Tier (so weitere spekulativen Befürchtungen im Rattenforum!) hat sich jemals in der Wohnanlage verletzt! Meine Ratten können frei entscheiden, wann sie sich in welchem Bereich der Anlage aufhalten wollen. Deutlich weise ich immer wieder darauf hin, dass KEIN Aquarium verschlossen ist! Durch die zur Hälfte längsseitig abgedeckten Aquarien bieten sich im Außenbereich zusätzliche Lauf- und Liegeflächen. Es gibt auch keinerlei Belastung (dies wiederum ebenfalls eine im Rattenforum geäußerte Vermutung!) durch "Ammoniakdünste" (meine Anlage wird täglich gereinigt) – Ammoniak entsteht im übrigen auch in Käfigen, wenn die Hygiene vernachlässigt wird! Da man im Rattenforum zu glauben scheint, unser Haus hätte keine Fenster, sei mir noch der Hinweis gestattet, dass sich im Rattenzimmer zwei große Exemplare davon befinden, durch die, außer frischer Luft, selbstverständlich auch Sonnenlicht in den Raum gelangt (obwohl Ratten, wie irrtümlich weitläufig angenommen wird, zur Gesunderhaltung KEIN Sonnenlicht benötigen; weit wichtiger ist ein regelmäßiger Tages- und Nachtrhythmus, der durchaus auch mit Kunstlicht erzeugt werden kann!) Im Sommer läuft bei Hitze zusätzlich ein Ventilator, es stehen große Badebecken zur Verfügung und ein kleiner offener Springbrunnen sorgt zu jeder Jahreszeit dafür, dass die Luft nicht zu trocken wird. Meine Ratten leben NICHT in Aquarien! Sie können sich frei bewegen! Meine Anlage ist von weit über einhundert Ratten 17 Jahre lang praktisch erprobt und wurde von mir zudem weitgehend "behindertengerecht" gestaltet. Hätte sich jemals auch nur eine Ratte verletzt, würde ich meine Tiere dort niemals unterbringen!! Im Rattenforum fand man es "seltsam“, dass für meine Ratten der Boden tabu ist, möchte gerne wissen, warum das so ist und wie das denn überhaupt funktioniert, dass meine Ratten nicht hinunterspringen.. Nun, was ist daran seltsam, wenn Tiere sich in einem (ihrem) Umfeld wohlfühlen, das ihnen den ganzen Tag und die halbe Nacht auseichend Platz bietet zum Rennen, Laufen, Klettern, springen, schlafen, für allerlei Aktivitäten und soziale Kontakte zu Rudelmitgliedern, dabei keinesfalls das Bedürfnis verspüren, dieses Areal zu verlassen und auf den Boden zu springen??? Das WARUM erklärt sich einerseits aus dem Platzangebot, weiterhin daraus, dass den Tieren in ihrer Wohnanlage keinerlei Gefahr droht, zum anderen finden sie alles, was sie zum Leben brauchen, von der Nahrung über Beschäftigungsmaterial bis hin zu Artgenossen, mit denen sie harmonisch im Rudel leben. Warum also sollten meine Ratten auf den Fußboden springen? Der Abstand vom Sofa im Rattenzimmer auf den Fußboden zum Beispiel beträgt nur wenige Zentimeter. Sie könnten also problemlos nach unten gelangen - tun es aber nicht! Und – Rattenforum aufgepasst: es hindert sie kein Stacheldraht oder sonstige irgendwelcher krankhafter Fantasie entsprungene Barrieretechnik und sie bekommen auch keine Elektroschocks. Meine Tiere haben in ihrer Wohnanlage ausreichend Platz und können fast rund um die Uhr frei entscheiden, _ ob_ und _ wann _ sie welcher Beschäftigung nachgehen möchten. Das Raumangebot reicht vollends aus, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Völlig unverständlich scheint für viele Rattenhalter die Tatsache, dass meine Tiere in kleinen Gruppen (2er und 3er) eine kurze Nachtruhe (von 23.00 Uhr bis 5.00 morgens) verbringen. Schwerstkranke Tiere sind mitunter kurzzeitig auch einzeln untergebracht. Es werden Befürchtungen laut, dass doch die Aktivität in der Nacht am größten sei. Ratten gehören zu den dämmerungs- bzw. nachtaktiven Tieren, das heißt, sie sind in den Dunkelphasen aktiver als in den Hellphasen. Bei einem regelmäßigen Tages- und Nachtrhythmus zeigen die Tiere dabei einen konstanten Schlaf-Wachrhythmus und schlafen in der Regel in den ersten 3 Stunden während der Hellphase am meisten und am wenigsten während der ersten drei Stunden in der Dunkelphase. Für meine Ratten, die einen geregelten Tages- und Nachtablauf gewöhnt sind, bedeutet dies nichts anderes, als dass sie in genau dieser Zeit weder in einem Käfig noch in einem anderem Behältnis eingeschlossen sind und sich ihrer Natur gemäß in ihrer Hauptaktivitätszeit frei bewegen können, da sie nur in der Zeit zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr in ihrem „Nachtlager“ untergebracht sind. Zu berücksichtigen ist zudem, dass neben Unterschiedene zwischen einzelnen Rattenstämmen die allgemeine Aktivität von Ratten ganz klar altersabhängig ist und im Alter von 6 Monaten bis 18 Monaten bedeutsam abnimmt. Außerdem zeigten Tests, dass einjährige Ratten im Vergleich zu dreimonatigen in der Dunkelphase weniger aktiv waren, während zwei- bis dreijährige Ratten im Vergleich dazu in der Hellphase eine höhere Aktivität zeigten. Neu hinzukommende Ratten (meist sind das zwischen 2 bis 6 Tiere) werden nicht getrennt und bleiben selbstverständlich zusammen - und zwar Tag und Nacht! Erst später, wenn sie sich völlig eingelebt haben, werden auch sie nur für kurze Zeit in der Nacht in kleinen Gruppen untergebracht. Dann hat sich auch herausgestellt, wer mit wem besonders „harmoniert“, ein weiteres Kriterium für die Auswahl der kleinen „Nachtgruppen“. Die erwähnten Gruppierungen werden dann praktischerweise auch meist später in dieser Konstellation für die Unterbringung in der Nacht eingehalten, so dass die Tiere keinerlei „Belastung“ dabei empfinden, da sie ja von Anfang an in dieser Gemeinschaft zusammen waren. Bei Neuzugängen läuft das Ganze wieder genauso ab. Da meine Ratten in einem gemischten Rudel leben (Weibchen und Kastraten) und ich in der Regel männliche und weibliche Tiere aufnehme, ist eine spätere, kurzzeitige Trennung (Kastrationspause) sowieso notwendig. Die Männchen werden bei Eintritt der Geschlechtsreife bis nach der Kastration getrennt von den Weibchen untergebracht, damit es nicht zu ungewollter Vermehrung kommt. Da ich meist 2-3 Männchen und parallel dazu ebenso viele Weibchen aufnehme, gibt es also hier wiederum im eigentlichen Sinn keine kurzzeitige „Trennung“, die nicht vertretbar wäre und die jeder andere Rattenhalter mit großer Wahrscheinlichkeit ebenso handhabt, handhaben muss, sofern er nicht mit verantwortlich an der ohnehin endlosen Rattenflut sein möchte, oder sich für die Haltung nur eines Geschlechtes entscheidet (von einer Haltung beider Geschlechter in getrennten Käfigen - sofern sie nicht in zwei voneinander getrennten Räumen möglich ist - würde ich wegen der psychischen Belastung der Tiere unbedingt abraten). Erwähnen möchte ich noch, dass Becken mit o,6 m Länge, wie oben erwähnt nur für die kurzzeitige Unterbringung schwerst kranker Tiere bereit stehen, zum Beispiel um zu gewährleisten, dass angebotene Medizin auch nur von dieser Ratte aufgenommen wird. In sehr seltenen Fällen wenn eine Ratte bereits so schwer krank ist, dass sie nur noch schläft und absolut inaktiv bzw sich in einer Art "Dämmerzustand" befindet. Gesunde Tiere werden in der Nacht in Kaefigen bzw Aquarien/Terrarien ab o,8 m nur in 2er-Gruppen untergebracht! Diese kleinen Behältnisse sind gut geeignet, sie werden mit weichen Tüchern ausgelegt und ermöglichen durch den Ganzgitterdeckel von oben leichten Zugriff auf das kranke Tier. |