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Die Integration (Vergesellschaftung) "neuer" Ratten in eine schon
bestehende Gruppe ist oft ein Vorgang, bei dem der Rattenhalter vor allem viel Zeit und Geduld mitbringen sollte.
Wie integriere ich neue Ratten (wie z. B Ivory und Shiva hier)? |
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Diese Frage hat sicher schon einmal
jedem Rattenhalter Kopfzerbrechen bereitet. Ich kann hier nur von meinen
Erfahrungen berichten, die sich über nahezu 15 Jahre erstrecken und durchweg
positiv verliefen. Die meisten Fehler von Rattenhaltern werden nicht absichtlich
gemacht, sondern geschehen meist leider aus Unwissenheit. Wie also gehe
ich vor, um mir und vor allem meinen Ratten so wenig wie möglich Stress
zu bereiten? Die erste Empfehlung, die ich geben möchte ist die, daß man möglichst nicht nur eine einzige "neue" Ratte zum vorhandenen Rudel setzen sollte, ganz einfach deshalb, weil es sich sich beim "Rest" der "alten" Ratten meist nicht mehr um Babys oder Jungtiere handelt. Ältere Ratten möchten eher ihre Ruhe haben und sind nicht mehr so zum Spielen aufgelegt, wie (sehr) junge, die dann oft durch ihre aufdringliche Art den Alten sehr auf die Nerven gehen können, gleichzeitig aber auch um ihre "Jugendzeit" gebracht werden, da sie keinen Spielkameraden haben, mit dem sie sich artgerecht austoben können. Nimmt man zwei (gleichaltrige) Ratten auf, so können die beiden zusammen spielen und sind den Alten gegenüber auch nicht so aufdringlich. Sollen zwei oder mehr neue Ratten integriert werden, gibt es mehrere Möglichkeiten der Zusammenführung. Entweder man setzt auf neutralem Gebiet zu allen Neuen zunächst eine Alte dazu, testet, wie sie sich vertragen und setzt dann nacheinander immer wieder eine weitere "alte" dazu. Der Rattenhalter kann auch zunächst nur eine neue und eine Alte zusammenführen und jeweils ergänzen mit einer weiteren Neuen und Alten, oder aber es können gleichzeitig alle miteinander Kontakt bekommen. Dies sollte von Fall zu Fall je nach Verträglichkeit aller Ratten entschieden werden. Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, daß weibliche Ratten öfter Probleme machen, neue Ratten zu akzeptieren, (kastrierte) Böcke jedoch toleranter gegenüber Neuankömmlingen sind. Verallgemeinern läßt sich das natürlich nicht, denn es wird bei beiden Geschlechtern immer auch Ausnahmen geben, weil nicht nur das Geschlecht, sondern auch der jeweilige Charakter der einzelnen Ratten sich auf das Verhalten auswirkt. Von Vorteil wäre anfangs ein zweiter Käfig, denn man sollte auf keinen Fall die neuen Ratten sofort zu den "alten" in den Käfig zu sperren, es könnte durchaus zu Kämpfen mit bösen Bißwunden kommen, weil die "Alteingesessenen" ihr Revier gegenüber den Neuen verteidigen wollen. Neben Unwissenheit ist Zeitmangel einer der größten Feinde der Heimtierhaltung. Das A und O einer erfolgreichen Integration ist daher sehr viel Zeit und Geduld. Wenn die neue(n) Ratte(n) ins Haus komm(en)t, sollten sie zuerst ihren Menschen kennenlernen. Erst wenn sie vor ihm keine Angst mehr haben und Zutrauen gefaßt haben (siehe hierzu "neue Ratte, was nun"), dann kann man eine Integration ins Auge fassen und sie mit den anderen bekannt machen und auch erst dann sollten sie Freilauf bekommen. Gewährt man ihnen den, bevor sie auf ihren Menschen geprägt sind, werden sie sich in ein Versteck flüchten, aus welchem sie nur mit Mühe wieder hervorzulocken sind. Das "Einfangen" ist dann wieder mit unnötigem Streß verbunden. Für den ersten Kontakt sucht man am besten einen "neutralen" Ort aus, den weder die "Alten" noch die "Neuen" kennen. Er sollte keine Versteckmöglichkeiten bieten und übersichtlich sein, damit man bei einem Zwischenfall leicht eingreifen kann. Die Ratten sollten also möglichst in Reichweite bleiben. Man hat festgestellt, dass sich das Aggressionsverhalten bei vielen (nicht allen!) Tieren reduziert, wenn sie auf (zu) engem Raum gehalten werden. Dies liegt weitestgehend daran, dass die Tiere kein Territorium aufbauen können, welches sie dann auch verteidigen müssen/wollen. Dieser „begrenzte“ Raum bezieht sich jedoch nur auf die Integration von neuen Ratten. Einmal aneinander gewöhnte und gut verträgliche Ratten müssen in einem sehr großen und geräumigen Käfig untergebracht werden, da alle Nager einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben! Wenig ratsam ist es, für einen ersten Kontakt die Ratten auf dem Boden im Zimmer frei laufen zu lassen. Auch eine Badewanne oder gar Duschkabine ist völlig ungeeignet! Ein Sofa (oder z. B. ein Bett) bieten jedoch gute Voraussetzungen für das erste Kennenlernen. Falls die "alten" Ratten das Sofa bereits kennen, weil sie dort ab und zu Freilauf hatten, ist es ratsam, eine entsprechend große, frisch gewaschene Decke über das Sofa/Bett zu breiten, so dass alles neutral riecht. Man setzt die neuen Ratten auf das Sofa und die alte(n) dazu. Dabei ist sehr wichtig, daß man die alten gut im Auge behält. Wenn man bemerkt, daß eine Ratte die Haare sträubt (borstelt) und der neuen evtl. mit ihrer Breitseite droht, so ist Vorsicht geboten. Anzeichen für Aggression sind auch Schnauben und mit den Füssen trampeln (nicht zu verwechseln mit dem Treten mit den Hinterfüssen - Ausschlagen. Das ist kein aggressives Verhalten, sondern eine reine Abwehrreaktion, wenn eine andere Ratte zu aufdringlich wird, um diese damit auf Distanz zu halten). Das Alter der Ratten spielt bei einer Integration eine nicht unbedeutende Rolle. Wenn ein Rattenhalter zu wenigen Wochen alten Ratten ebenso junge Tiere integrieren möchte, sind so gut wie nie Probleme zu erwarten. Dennoch wird empfohlen, wie bei jeder anderen Integration vorzugehen (erstes Treffen auf neutralem Gebiet usw.), da auch hier eventuell negative Erfahrungen, die einzelne Individuen bisher gesammelt haben, berücksichtigt werden sollten (z. B. bei besonders ängstlichen Tieren). Spielerische Balgereien in diesem "zarten" Alter sind dabei harmlos und dürfen nicht mit aggressivem Verhalten, wie es bei erwachsenen Ratten vorkommt, verwechselt werden. Wir können die Kleinen bereits bei Kampfspielen beobachten, die sich jedoch deutlich von den "Ernstkämpfen" erwachsener Tiere unterscheiden, fehlen doch dabei einleitende Drohgebärden. Junge Ratten lernen in diesen Kampfspielen, wie fest sie zubeißen dürfen, um ihren "Gegner" nicht zu verletzen. Sobald im Spiel eine Ratte etwas (zu) heftig wird, vermittelt ihr das der Partner durch Piepsen, worauf die andere Ratte sofort von ihrem "Gegner" ablassen wird. Soziale Körperkontakte sind sehr wichtig, z. B. bei Streitigkeiten oder Feindseligkeiten unter Ratten. So kriechen bereits schon junge Ratten beim Spiel unter- oder übereinander. Ein solches Verhalten kann auch bei erwachsenen Tieren beobachtet werden. Dieses "crawling under" bzw."walking over" gehört nicht zum Aggressionsverhalten und dient im Erwachsenenalter zum Vermeiden von Kämpfen. Oft genügt es schon, wenn man dann mit der alten Ratte "schimpft", d. h. man sollte sie laut und in tiefem Ton kurz anschreien, wie etwa "Aufhören", "Nein" oder dergleichen. Es ist aber weniger von Belang, was man ruft, es sollte aber bedrohlich klingen. Man kann auch versuchen, kräftig mit Papier zu rascheln, auch das beeindruckt manche Ratten, jedoch lassen sich nicht alle davon abschrecken. Vorsichtshalber wäre es angebracht, man hält eine Zeitung parat , die sich leicht zwischen die "Kampfhähne" schieben läßt, wenn es brenzlig wird. Das dient vor allem dem Zweck, dass es nicht zu Bißverletzungen kommen kann, denn die sollte man versuchen zu vermeiden. Im Eifer des Gefechtes kann es sein, daß die Ratte gar nicht darauf achtet, wo sie hineinbeißt und kann so "versehentlich" die Finger ihres Menschen erwischen. Da manche Ratten unterschiedlich auf eine tiefe und laute Stimme ("bedrohliches Schimpfen") ihres Menschen reagieren, kann es mitunter vorkommen, dass dies bei einigen Individuen die Aggressivität gegenüber neuen Artgenossen steigert! In diesen Fällen hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, die "drohende Altratte" immer dann, wenn sich eine "Neue" nähert, mit leiser Stimme, liebevollen Worten und Streicheleinheiten zu beruhigen, auch das kann zu einer erfolgreichen Integration beitragen. Ein einfühlsamer Rattenhalter findet schnell heraus, worauf seine Altratte am besten anspricht (Lob oder Tadel) und kann die Integration dementsprechend positiv beeinflussen. Sind die Ratten einander freundlich gesinnt und beriechen sich ohne aufgestellte Haare, kann man sie unter Aufsicht zusammen laufen lassen, sobald aber die Stimmung umschlägt, würde ich die Ratten trennen und den gesamten Vorgang einige Minuten später wiederholen. Junge Ratten neigen oft dazu, schon mal "vorsichtshalber" bei der Annäherung ihnen fremder älterer Ratten einen Angstschrei auszustoßen. In dem Fall ist es nicht nötig, die Ratten gleich zu trennen. Wenn die Kleine Schutz bei ihrem Menschen sucht, sollte man ihr den gewähren, aber nach kurzer Zeit die Integration fortsetzen. Das gleiche gilt für besonders sensible, bereits alteingesessene Ratten. Diese Prozedur sollte man täglich mehrmals wiederholen, je nach Verträglichkeit soll die Dauer des Zusammenbringens bemessen werden. Es gibt Ratten, die vertragen sich von einer Minute auf die andere mit neuen Artgenossen, es gibt aber auch Einzelfälle, wo es einige Tage bis Wochen dauern kann, bis Neuankömmlinge in das vorhandene Rattenrudel aufgenommen werden. Unkastrierte Böcke sind meist nur schwer integrierbar, bzw akzeptieren neue Böcke eher selten. Bei kastrierten Ratten treten diese Probleme weitaus weniger auf. Sobald sich die Ratten auf neutralem Gebiet optimal vertragen, kann man versuchen, sie alle zusammen in einem Käfig unterzubringen. Dieser sollte gut gereinigt und mit frischer Einstreu ausgestattet werden, damit auch er "neutral" riecht und so nicht mehr eindeutig als Revier von den vorhandenen Ratten erkannt wird. Dann kann man die Ratten zusammen hineinsetzen und zwar möglichst alle zusammen, also nicht etwa erst eine Ratte in den Käfig, dann eine halbe Stunde warten, dann die nächste usw. Bereits nach wenigen Minuten kann eine eingesetzte Ratte sonst diesen (gereinigten) Käfig als Revier einnehmen und die ganze Prozedur war umsonst! Trotzdem kann es im Käfig erneut zu Streitereien kommen. Das ist nicht außergewöhnlich, denn trotzdem erkennen viele Ratten noch, dass es sich hier einmal um ihr Revier handelte und wollen es unter Umständen erneut gegen die Eindringlinge verteidigen. Nehmen die Aggressionen zu ,sollte man die Tiere vorerst trennen und wieder auf neutralem Gebiet zusammen laufen lassen und dies täglich einige Male wiederholen. Vertragen sie sich gut, kann erneut ein Versuch gestartet werden, die Ratten im gemeinsamen Käfig unterzubringen. Zwar ist davon auszugehen, dass die häufigste Ursache für Unverträglichkeit und anfängliche Probleme meist in Revierstreitigkeiten zu suchen ist, jedoch nicht ausschließlich und eben nicht immer. Ratten orientieren sich primär nach ihrem Geruchssinn. Der Eigengeruch, der bei jeder und vor allem der ersten Begegnung zweier sich fremder Ratten eine wesentliche Rolle spielt, ist in grossem Masse mit dafür verantwortlich, ob sich Ratten im wahrsten Sinne des Wortes "riechen" können, d. h., wird der Geruch als unangenehm empfunden, sind sich die Ratten bereits unsympathisch. Das kann durchaus zu ernsthaften Konflikten führen. Viele Rattenhalter meinen, wenn sie beide Käfige nebeneinander stellen, würden sich die Ratten (schnell) aneinander gewöhnen. Ich halte diese Methode für ungeeignet, denn bei vielen Ratten erhöht dies die Aggressionsbereitschaft, weil sie sich ständig durch den Käfig anfeinden, d. h. den "Gegner" zwar sehen und riechen können, aber ohne dass der direkte Kontakt zustandekommen kann. Die Aggressionen werden so immer mehr angestaut und können sich beim ersten direkten Aufeinandertreffen entladen. Man erreicht also oft das Gegenteil: die Ratten bekämpfen sich evtl. gleich beim ersten Kontakt. Der VdRD rät Rattenhaltern, die Käfige fremder Ratten aneinanderzustellen, damit sie „Geruchskontakt aufnehmen können“. Davon rate ich unbedingt ab, weil der gewünschte Effekt, nämlich, dass sich Ratten so aneinander gewöhnen sollen, nicht erreicht wird. Oft trifft genau das Gegenteil ein (siehe oben). Durch den Geruch von potentiellen Gegnern kommt es zu Stress, dieser führt zu einer Erhöhung des Stresshormones Corticosteron im Blut, was wiederum aggressives Verhalten auslöst. Die Schwelle der Angriffsbereitschaft sinkt und beim ersten direkten Kontakt kann es zwischen den Tieren zum sofortigen Angriff/Kampf kommen. Aus diesem Grund sollten fremde Ratten vor einer ersten Begegnung möglichst keinen Geruchs- oder Sichtkontakt haben, damit sich keine Aggressionen aufbauen. Beim ersten direkten Zusammentreffen entscheidet sich zudem durch Aufnahme des Geruchs, ob sich die Tiere „sympathisch“ sind. Das ist aber nur durch direkten Kontakt möglich, da noch weitere Komponenten des Sozialverhaltens Einfluss auf das Verhalten nehmen. In "Encounter"-Tests (engl. für: Begegnung) auf Sozialverhalten wurde herausgefunden, dass sich Ratten etwa 5 min. lang „beobachten“. Dabei spielt der Geruchskontakt eine wesentliche Rolle. Danach kennen Sie den sozialen "Charakter" jedes Partners, wie sich an ihrem Verhalten deutlich zeigt. In den Minuten danach kommt es dann unter Umständen zu Verhaltensmustern wie Niederwerfen, Aufreiten und Aggressivputzen. Dashalb niemals Käfige aneinanderstellen, da dies denkbar ungünstige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration sind. Bei besonders verträglichen Tieren ist das ohnehin überflüssig. Auch ein Wechsel der Ratten vom einen zum anderen Käfig bringt selten den gewünschten Erfolg, weil der gleiche Effekt auftritt. Auch vom Einparfümieren der Ratten rate ich ab, da die Nasen der Ratten sehr empfindlich sind und irgendwelche Deos usw. haben auf ihrem Fell nichts verloren! Das Einreiben der Ratten mit "benutzter" Einstreu ist ebenso wenig empfehlenswert, denn der Duft ist schnell verflogen und der Eigengeruch der neuen Ratten dringt wieder durch, so daß diese von den Alten erneut attackiert werden und womöglich noch mehr verwirrt werden, weil sie kurz vorher (als sie noch nach Einstreu rochen) akzeptiert wurden. Gleiches gilt auch für den Austausch der Einstreu. Es macht wenig Sinn, benutztes Material vom Käfig der neuen Ratten im Käfig der alten Ratten einzustreuen, oder umgekehrt. Wenn die Tiere sich noch nicht kennen, erreicht man auch damit nur, dass sich durch den unbekannten Geruch potenzieller Feinde Aggressionen aufbauen. Von daher ist es auch nicht sinnvoll, neuen Ratten ein benutztes T-Shirt ihres Menschen in den Käfig zu legen, weil damit der gleiche Effekt erzielt wird (sh. unter neue Ratten). Lässt man seinen Ratten genügend Zeit, sich langsam aneinander zu gewöhnen, dann wird es in diesem so integrierten Rudel später nie mehr Probleme geben und die Ratten leben harmonisch zusammen. Ratten reagieren mitunter sehr individuell auf andere (neue) Artgenossen, es ist ähnlich wie bei uns Menschen: (wir) sie suchen den Kontakt zu bestimmten Individuen und meiden den Kontakt zu gewissen anderen. Man könnte von einer Art Sympathie und Antipathie sprechen. In Ausnahmefaellen kann es durchaus einmal Probleme geben, denn individuelle Differenzen können in einer Gruppe so groß sein, dass eben eine bestimmte Gruppenzusammensetzung nicht aufrecht erhalten werden kann, weil dies fuer die Tiere mit unzumutbarem Dauerstress verbunden waere. Manchmal führt dann kein Weg daran vorbei, die Tiere evtl in zwei gut verträglichen Gruppen zu "teilen".. Ich hatte mit meiner Methode mit bislang weit über 100 Ratten immer Erfolg, sogar meine Wildratten konnte ich auf diese Weise in mein vorhandenes Farbrattenrudel integrieren. Ich wünsche allen Rattenfreunden viel Erfolg beim Integrieren ihrer Ratten! Wer Probleme mit der Integration hat, kann sich gerne auch per Mail an mich wenden. Da unsere Ratten große Individualisten sind, kann sich jede erneute Integration anders gestalten und es können Probleme auftreten, die hier vielleicht (noch) nicht erörtet wurden. Noch eine Anmerkung zum Schluss: Es wird immer wieder irrtümlich angenommen, Rattenbabys hätten Altratten gegenüber einen sogenannten "Welpenschutz". Davor sei eindringlich gewarnt! Dieser funktioniert nur bei eigenen Welpen, bzw. solchen, die in einem bereits bestehenden Rudel zur Welt kamen. Fremde Ratten, seien es Babys oder Altratten sind vor Attacken der "Revierinhaber" nicht geschützt, sondern müssen vorsichtig miteinander bekannt gemacht werden. Zu große Sorglosigkeit unbedarfter Rattenhalter mussten deshalb Rattenbabys schon mit ihrem Leben bezahlen. Da Ratten ihre unteren Schneidezähne nach dem Zubeißen spreizen, koennen sie tiefe und heftig blutende Wunden zufügen, die bei einem Jungtier leicht zum Tod führen können. Integration unkastrierter Böcke in eine reine Männergruppe? Die vielen Anfragen an rattenzauber bestätigen, dass es bei der Integration von unkastrierten Rattenböcken in eine reine Männergruppe in der Regel immer wieder zu enormen Problemen kommt. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, um nur einige zu nennen ist das die Herkunft der Ratten, die bislang gemachten Erfahrungen, genetisch bedingte Dispositionen (es gibt verschiedene Stämme mit unterschiedlich ausgeprägtem Aggressionsverhalten), die Haltungsbedingungen und vieles mehr. „Wenn unkastrierte Rattenböcke sich derart aggressiv gegenüber Artgenossen verhalten, dass diese z. B. am Fressen gehindert werden oder auch daran, sich im Käfig und/oder im Umfeld frei zu bewegen, dann ist meiner Meinung nach eine Kastration angezeigt. Ständige "Kämpfe", psychischer und physischer Art, erzeugen bei allen Ratten im Rudel Dauerstress und der kann krank machen.“ Werden junge Böcke in eine Männchengruppe integriert, so werden diese mitunter zunächst von den alten toleriert, dies kann sich jedoch spätestens dann ändern, wenn die Jungen in die Geschlechtsreife kommen. Erwachsene Böcke lassen sich meist nur sehr schwer bis gar nicht integrieren, häufig auch dann, wenn eines oder mehrere der Männchen zuvor bereits Kontakt zu Weibchen hatte. Diese Tiere sind oft hochaggressiv und es kommt im Rudel immer wieder zu Angriffen mit Bissverletzungen. Das Argument, Rattenmännchen seien in einem relativ kleinen Käfig zwar vergleichsweise friedlich, in einem größeren Terrain würden aber die schwächeren oder auch untergeordneten Tiere gnadenlos von den Stärkeren bzw. dominanten Artgenossen gejagt, ist zunächst einmal nicht logisch. In einem kleinen Raum ist bei fast allen Säugetieren (ausgenommen die Gesellschaft der Mulle und einige Arten, bei denen sich Aggression erst bei der Etablierung eines größeren Reviers ausprägt) die innerartliche Aggression stärker ausgeprägt, als wenn man sich aus dem Weg gehen kann. Das haben auch Versuche mit entsprechend großen Raumangebot in künstlichen Gang- und Kammer- Labyrintkolonien gezeigt. Dort wurde keine generell gegenüber der Käfighaltung gesteigerte Aggression festgestellt. Zwar werden die wenigsten Rattenhalter mehrere Käfige und ein entsprechendes Raumangebot zur Verfügung haben, wer aber für mehrere Tage so viele Einzelkäfige aufstellen kann, wie er Ratten hält (zwischen die Käfige sollte unbedingt dicker Karton den direkten – sowie Sichtkontakt unmöglich machen), kann folgendes versuchen, wenn er ein unkastriertes Tier in eine reine Männergruppe integrieren möchte: Man trennt alle Ratten der vorhandenen Gruppe für etwa eine Woche und führt dann alle Tiere (bisherige Gruppe und das neue Tier) in einem großen, neutralem, frisch gereinigten und gut zugänglichem Käfig zusammen. Erfahrungsgemäß kommt es dann zu starkem Drohverhalten (nicht nur gegenüber dem Neuling, sondern auch untereinander) und auch zu leichteren, aber selten bedrohlichen Kämpfen. Auch hier bitte unbedingt beachten, dass Ausnahmen immer möglich sind. Damit es nicht zu schweren Verletzungen kommt, muss die Integration über längere Zeit konsequent und streng überwacht werden! Wer sich das nicht zutraut, nicht entsprechend Zeit erübrigen kann, oder sich und vor allem seinen Tieren nicht so viel Stress zumuten möchte, der sollte sich besser für die Kastration aller Rudelmitglieder entscheiden, vor allem, da nicht gewährleistet ist, dass es nach dieser Zusammenführung in der Gruppe auch wirklich harmonisch ist bzw. bleibt!! Zwar heißt es, dass es in einer einmal bestehenden Männchengruppe in aller Regel keine Despoten und keine unterdrückten Tiere gibt und man statt dessen dominante und subordinate Tiere findet (beide sind gleichermaßen gestresst) und eine Fülle sozialer Auseinandersetzungen, natürlich auch aggressiver Art, doch leider bestehen unter Heimtierhaltungsbedingungen völlig andere Bedingungen als in freier Natur. Da es kaum möglich sein wird, zu Hause wirklich naturnahe Haltungsbedingungen für Ratten zu schaffen, ist eine Kastration ethisch durchaus vertretbar, wenn sie dazu beiträgt, die Tiere vor ständigem Stress, Verletzungen und Disharmonie zu bewahren. Das Festhalten am Schwanz kann bei (Wander)-Ratten einen Schockzustand auslösen, der sogar zum Tode führen kann. Auch sterben/starben Ratten manchmal plötzlich nach Schwanzbissen von Artgenossen, wobei Untersuchungen der toten Tiere zeigten, dass der Tod nicht auf die Bisswunden selbst, bzw. eine Blutvergiftung (Sepsis) zurückzuführen war. Man sieht indessen einen Zusammenhang zwischen Angriffen auf den Schwanz von Artgenossen und Todesursache (Stress). Bei der Integrationen neuer Ratten sollte durch den Rattenhalter Schwanzbeißen möglichst verhindert/vermieden werden, da dies eine größere Belastung für die Ratte zu sein scheint, als häufig angenommen wird. |