Richtigstellung

Richtigstellung

Folgende Kritikpunkte des VdRD-Vorstandes wurden mir gegenüber geäußert:

„Du hältst gemäß eigener Angabe deine Ratten in Aquarien. In den allgemeinen Haltungsempfehlungen des VdRD werden jedoch Aquarien als ungeeignet für die Rattenhaltung beschrieben. Somit liegt ein Verstoß gegen diese allgemeinen Haltungsbedingungen vor, was satzungsgemäß einen hinreichenden Grund für einen Vereinsauschluss darstellt“.

Rattenzauber:
Wichtig ist hierbei zu sehen, warum der VdRD Aquarien als für ungeeignet einschätzt.
Dazu heißt es auf der Vereinswebseite:

„Aquarien und Terrarien sind aufgrund der unzureichenden Luftzirkulation als Rattenheim ungeeignet, zudem fehlt hier die Möglichkeit an Gitterstäben zu klettern und verschiedene Ebenen einzuziehen“.

Abgesehen davon, dass das Adjektiv „ungeeignet“ wohl kaum ein Verbot darstellt (es müsste dann heißen „VdRD-Mitglieder dürfen ihre Ratten nicht in einem Aquarium halten“), so beschreibe ich in meinem Buch ausführlich die Voraussetzungen, unter welchen Aquarienhaltung überhaupt möglich ist: ausreichende Belüftung und wie auch in Aquarien Klettermöglichkeiten geschaffen und Ebenen eingezogen werden können. Deutlich auch mein Hinweis, dass es bessere Alternativen zum Aquarium gibt, wie zum Beispiel den Käfig!!

Beim VdRD heißt es weiter:

„Ratten werden in der Regel als Käfigtiere gehalten, das heißt sie verbringen einen Großteil ihres Lebens im Käfig. Aus diesem Grunde ist die Auswahl des Käfigs ganz entscheidend für die Lebensqualität der Tiere“.

Rattenzauber:
Meine Ratten müssen aber NICHT den Großteil ihres Lebens im Käfig verbringen – im Gegenteil!
Und davon konnten sich in den vielen Jahren meiner Rattenhaltung unzählige Besucher und Rattenhalter überzeugen, unter anderem zum Beispiel
Mitglieder des Berliner Rattenvereins, aber auch Vereinsmitglieder des VdRD, wie z B Felicitas Ingendahl, Eva Haiduk, Familie Martin, Heinz Schillo, die „Michis“ und andere, die sich selbst ein Bild von meiner Rattenhaltung machen konnten. Keiner äußerte sich negativ oder sprach irgendwelche Bedenken aus, im Gegenteil, viele betonten, wenn sie die Möglichkeit hätten, würden sie ihren Ratten gerne ebenso viel Platz und Freiraum zur Verfügung stellen.
In meinem Buch ist ausführlich zu lesen, wie meine Ratten leben: Sie sind nur kurze Zeit in der Nacht in einem Käfig oder Aquarium untergebracht! Der Vorwurf, ich halte meine Ratten in Aquarien, ist daher unhaltbar, weil er so nicht zutrifft.

Weiter heißt es lt VdRD- Ausschlussbegründung:

„Du hältst nach eigenen Angaben deine Tiere in 2er- und 3er-Gruppen - zumindest nachts - in Aquarien von 0,8 m und 0,6 m Länge.“

Rattenzauber:
Zur Käfiggröße heißt es in den Haltungsbedingungen des VdRD :
„Für maximal 2 Ratten soll eine Käfigmindestgröße von 220 l, dies entspricht z.B. 0,8 m Höhe x 0,7 m Breite x 0,4 m Tiefe, sowie eine Käfighöhe von 80 cm nicht unterschritten werden. Für größere Rattenrudel werden folgende Käfigmaße empfohlen… 3 – 4 Ratten ca. 400 l….“

Abgesehen davon, dass „soll“ und „werden empfohlen“ wiederum kaum eine verbindliche Anordnung darstellen, sondern eben eine Empfehlung, steht im entsprechenden Abschnitt beim VdRD dazu als Begründung, dass „Ratten einen Großteil ihres Lebens im Käfig verbringen“.

Hier der diesbezügliche Auszug aus meinem Buch:
„Als "Schlafbecken" werden genutzt:
2 Aquarien mit 1 m Länge
3 Aquarien mit 0,8 m Länge
2 Aquarien mit 0,6 m Länge
3 Käfige mit je 0,75 m Länge
Kleine Behälter eignen sich allenfalls für ein Tier und nur für die kurze Unterbringung in der Nacht und sind daher nur selten im Einsatz.“
Das bedeutet, dass in einem Aquarium mit o,6 m Länge – wenn überhaupt (sh. oben!) – allenfalls kurzfristig 1 Ratte untergebracht wird und 3-erGruppen selbstverständlich in einem Aquarium mit 1 m Länge (diese Abmessung wurde offensichtlich vergessen zu erwähnen).
Für 2-er Gruppen stehen Käfige 80er Becken zur Verfügung.
Meine Ratten verbringen den Grossteil ihres Lebens NICHT in Käfigen oder Aquarien!
In Behältnissen angesprochener Größe halten sich meine Ratten NUR FÜR KURZE ZEIT IN DER NACHT auf. In meinem Buch weise ich auch immer wieder darauf hin, dass Freilauf für überwiegend im Käfig lebende Ratten absolut notwendig ist.

Zu den Käfiggrößen noch ein paar interessante Angaben.
Auf der „Offiziellen Homepage der ReG Berlin vom VdRD e.V.“ ergibt die Käfiggröße aus den dort gemachten Käfigabmessungen 192 Liter (Autor: Susanne Mudra).
Auf der unter Google aufgelisteten Homepage der ReG Kassel im VdRD stehen bei Käfiggröße Abmessungen für 2 - 4 Ratten, die eine Literzahl von 240 ergeben. Laut VdRD-Haltungsbedingungen soll aber bereits ein Käfig für 3 Ratten 400 Liter Rauminhalt haben.
Eine Umfrage die der VdRD durchgeführt hat, ergab als die am häufigsten genannte Angabe, dass in einem Käfig der Größe 220 – 319 l durchschnittlich 2,67 Ratten leben.
Sowohl diese Zahlen, wie auch die mit einer größeren Anzahl von Ratten liegen somit unter der in den Haltungsempfehlungen genannten Käfigmindestgröße.
Der VdRD verweist in seiner Homepage auf die Haltungsempfehlungen des TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz).
Dort heißt es u.a.:
„……dass eine Käfigmindestgröße von 80x50x50 cm für maximal 4 ! ausgewachsene Tiere einzuhalten ist .“ Diese Abmessung ergibt einen Käfiginhalt von 200 Litern für 4 Ratten!
Im Vergleich dazu noch einmal die „Empfehlung“ des VdRD: 3 – 4 Ratten ca. 400 l
In diversen Buchveröffentlichungen, die in VdRD-Kreisen immer noch als „Standard“bücher für Rattenfreunde empfohlen werden, sind ebenfalls Käfiggrößen veröffentlicht, die unterhalb der vom VdRD in meinem „Fall“ bemängelten Abmessungen liegen (Z.B. Andrea Langos, Pfiffige Ratten, Neuauflage 2002: Käfiggröße für 2 Ratten: 189 Liter)

Anscheinend gibt es noch nicht einmal innerhalb des VdRD, bzw. seiner Organe Einigkeit über Käfig-Mindestgrößen und niemand ist bisher auf die Idee gekommen, die Verantwortlichen wegen Verstoßes gegen die Haltungsbedingungen aus dem Verein auszuschließen.
Es kann nicht angehen, dass vorgebliche Verstöße gegen Haltungs-EMPFEHLUNGEN bei einem Mitglied als Gründe für einen Vereinsauschluss herangezogen werden, im Gegenzug aber bei anderen großzügig darüber hinweg gesehen wird.

Zudem halte ich es für äußerst fraglich, wenn die Qualität einer Rattenhaltung an irgendwelchen willkürlich festgelegten Käfiggrößen gemessen wird. In meinem Fall müssen meine Ratten nicht den Großteil ihres Lebens in wie immer gearteten Behältnissen leben, abgesehen von lediglich 6 Stunden während der Nacht, die sie in optimal eingerichteten Behältnissen verbringen. Seit weit über 17 Jahren leben meine Ratten frei und harmonisch in ihren beiden Rattenzimmern.
Ihr Umfeld bietet ihnen den ganzen Tag und die halbe Nacht (also auch in der Hauptaktivitätszeit, nämlich den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung ) ausreichend Platz für die Pflege sozialer Kontakte zu Rudelmitgliedern, sowie die freie Entscheidung für weitere umfangreiche Aktivitäten, wie Rennen, Laufen, Klettern, Springen.

Da außer Zweifel steht, dass Ratten auch in Aquarien/Terrarien gehalten werden, wäre es dann nicht sinnvoller, Haltungen aufgrund vorhandener Bedingungen und vor allem gegebener Möglichkeiten einzelner Rattenhalter mit Hilfe von Tipps und Ratschlägen zu optimieren, anstatt Verbote zu verhängen, oder gar Mitglieder auszuschließen, die versuchen, durch Aufklärung für Ratten verbesserte Haltungsbedingungen zu schaffen?
Wer noch Fragen zu meiner Rattenhaltung hat, oder sich selbst davon überzeugen möchte, wie meine Ratten leben, kann sich jederzeit mit mir (per Mail oder Telefon) in Verbindung setzen.

Und wie nicht anders zu erwarten, wurde mir vom VdRD flugs noch ein weiterer Punkt zur Last gelegt, von dem vorher nie die Rede war:

Es handelt sich um einen fragwürdigen Rat des Vereines zum Thema Integration:
Der VdRD rät Rattenhaltern, die Käfige fremder Ratten aneinanderzustellen, damit sie „Geruchskontakt aufnehmen können“.

Davon rate ich jedoch ab, weil der gewünschte Effekt, nämlich, dass sich Ratten so aneinander gewöhnen sollen, nicht erreicht wird. Oft trifft genau das Gegenteil ein.
Durch den Geruch von potentiellen Gegnern kommt es zu Stress, dieser führt zu einer Erhöhung des Stresshormones Corticosteron im Blut, was wiederum aggressives Verhalten auslöst. Die Schwelle der Angriffsbereitschaft sinkt und beim ersten direkten Kontakt kann es zwischen den Tieren zum sofortigen Angriff/Kampf kommen.
Aus diesem Grund sollten fremde Ratten vor einer ersten Begegnung möglichst keinen Geruchs- oder Sichtkontakt haben, damit sich keine Aggressionen aufbauen. Beim ersten direkten Zusammentreffen entscheidet sich zudem durch Aufnahme des Geruchs, ob sich die Tiere „sympathisch“ sind. Das ist aber nur durch direkten Kontakt möglich, da noch weitere Komponenten des Sozialverhaltens Einfluss auf das Verhalten nehmen.

In "Encounter"-Tests (engl. für: Begegnung) auf Sozialverhalten wurde herausgefunden, dass sich Ratten etwa 5 min. lang „beobachten“. Dabei spielt der Geruchskontakt eine wesentliche Rolle. Danach kennen Sie den sozialen "Charakter" jedes Partners, wie sich an ihrem Verhalten deutlich zeigt. In den Minuten danach kommt es dann unter Umständen zu Verhaltensmustern wie Niederwerfen, Aufreiten und Aggressivputzen.
Dashalb niemals Käfige aneinanderstellen, da dies denkbar ungünstige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration sind. Bei besonders verträglichen Tieren ist das ohnehin überflüssig.

Erika Weiß-Geißler
Juli 2006 Und hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

Seit dem Erscheinen meines Buches „das ANDERE Rattenbuch“ wurde in verschiedenen Vereinen, Rattenforen und dgl kontrovers über meine Rattenhaltung diskutiert, obwohl seit Jahren in meiner HP beschrieben ist, wo und wie meine Ratten leben.
Etwas "Schlimmes" ( spekulativ so definiert von Usern des Rattenforums) konnte bislang keiner der vielen Rattenfreunde und -halter die uns besucht haben daran finden. Kein Tier (so weitere spekulativen Befürchtungen im Rattenforum!) hat sich jemals in der Wohnanlage verletzt! Meine Ratten können frei entscheiden , wann sie sich in welchem Bereich der Anlage aufhalten wollen. Deutlich weise ich immer wieder darauf hin, dass KEIN Aquarium verschlossen ist! Durch die zur Hälfte längsseitig abgedeckten Aquarien bieten sich im Außenbereich zusätzliche Lauf- und Liegeflächen.
Es gibt auch keinerlei Belastung ( dies wiederum ebenfalls eine im Rattenforum geäußerte Vermutung!) durch "Ammoniakdünste" (meine Anlage wird täglich gereinigt und zudem ist kein Becken verschlossen!) – Ammoniak entsteht im übrigen auch in Käfigen, wenn die Hygiene vernachlässigt wird!! Da man im Rattenforum zu glauben scheint, unser Haus hätte keine Fenster sei mir noch der Hinweis gestattet, dass sich im Rattenzimmer sich zwei große Exemplare davon befinden, durch die, außer frischer Luft, selbstverständlich auch Sonnenlicht in den Raum gelangt (obwohl Ratten, wie irrtümlich weitläufig angenommen wird, zur Gesunderhaltung KEIN Sonnenlicht benötigen, weit wichtiger ist ein regelmäßiger Tages- und Nachtrhythmus, der durchaus auch mit Kunstlicht erzeugt werden kann!)

Im Sommer läuft bei Hitze zusätzlich ein Ventilator, es stehen große Badebecken zur Verfügung und ein kleiner offener Springbrunnen sorgt zu jeder Jahreszeit dafür, dass die Luft nicht zu trocken wird.
Meine Ratten leben NICHT in Aquarien! Sie können sich frei bewegen! Meine Anlage ist von weit über einhundert Ratten 17 Jahre lang praktisch erprobt und wurde von mir zudem weitgehend "behindertengerecht" gestaltet.
Hätte sich jemals auch nur eine Ratte verletzt, würde ich meine Tiere dort niemals unterbringen!!
Im Rattenforum fand man es "seltsam“, dass für meine Ratten der Boden tabu ist, möchte gerne wissen warum das so ist und wie das denn überhaupt funktioniert, dass meine Ratten nicht hinunterspringen.. Nun, was ist daran seltsam, wenn Tiere sich in einem (ihrem) Umfeld wohlfühlen, das ihnen den ganzen Tag und die halbe Nacht auseichend Platz bietet zum Rennen, Laufen, Klettern, springen, schlafen, für allerlei Aktivitäten und soziale Kontakte zu Rudelmitgliedern, dabei keinesfalls das Bedürfnis verspüren, dieses Areal zu verlassen und auf den Boden zu springen???

Das WARUM, erklärt sich einerseits aus dem Platzangebot , weiterhin daraus, dass den Tieren in ihrer Wohnanlage keinerlei Gefahr droht, zum anderen finden sie alles, was sie zum Leben brauchen, von der Nahrung über Beschäftigungsmaterial bis hin zu Artgenossen, mit denen sie harmonisch im Rudel leben. Warum also sollten meine Ratten auf den Fußboden springen?. Der Abstand vom Sofa im Rattenzimmer auf den Fußboden zum Beispiel beträgt nur wenige Zentimeter. Sie könnten also problemlos nach unten gelangen - tun es aber nicht Meine Tiere haben in ihrer Wohnanlage ausreichend Platz und können fast rund um die Uhr frei entscheiden, _ ob_ und _ wann _ sie welcher Beschäftigung nachgehen möchten. Das Raumangebot reicht vollends aus, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Völlig unverständlich scheint für viele Rattenhalter die Tatsache, dass meine Tiere in kleinen Gruppen (2er und 3er) eine kurze Nachtruhe (von 23.00 Uhr bis 05.00 morgens) verbringen. Schwerstkranke Tiere sind mitunter kurzzeitig auch einzeln untergebracht. Es werden Befürchtungen laut, dass doch die Aktivität in der Nacht am größten sei ….
Ratten gehören zu den dämmerungs-, bzw. nachtaktiven Tieren, das heißt, sie sind in den Dunkelphasen aktiver als in den Hellphasen. Bei einem regelmäßigen Tages- und Nachtrhythmus zeigen die Tiere dabei einen konstanten Schlaf-Wachrhythmus und schlafen in der Regel in den ersten 3 Stunden während der Hellphase am meisten und am wenigsten, während der ersten drei Stunden in der Dunkelphase. Für meine Ratten, die einen geregelten Tages- und Nachtablauf gewöhnt sind, bedeutet dies nichts anderes, als dass sie in genau dieser Zeit weder in einem Käfig noch in einem anderem Behältnis eingeschlossen sind und sich ihrer Natur gemäß in ihrer Hauptaktivitätszeit frei bewegen können, da sie nur in der Zeit zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr in ihrem „Nachtlager“ untergebracht sind.

Und: obwohl der VdRD darauf hinweist, dass eine „DAUERHAFTE“ Rattenhaltung in Aquarien „verboten“! ist, scheint es nicht von Belang, dass meine Tiere im Rudel fast rund um die Uhr FREILAUF haben und sich nur nur kurzzeitig während der Nacht (sh oben) in tiergerecht gestalteten Aquarien aufhalten!
Offensichtlich ist es aus Sicht des VdRD unwichtig, ob bzw. dass es den Tieren gut geht! Es wird starr an irgendwelchen Vorgaben festgehalten, unabhängig davon, ob diese auch tatsächlich sinnvoll sind. Nur weil etwas viele tun und es schon immer so gemacht wird, bedeutet dies nicht, dass es auch richtig ist.

Damit schließe ich dieses leidige Thema für mich nun endgültig ab.
Danken möchte ich denjenigen, die mir per Mail oder auch telefonisch ihre Loyalität ausgesprochen haben und bestürzt darüber waren, welch haarsträubende Argumentation herhalten musste, um einen Ausschlussfall zu konstruieren.
Was mich betrifft, so werde ich auch weiterhin meine Meinung öffentlich vertreten und für meine Überzeugung kämpfen und selbstverständlich gerne weiterhin jedem helfen, der Fragen zum Thema Rattenhaltung hat.


www.rattenzauber.de